Natur- und Umweltbildung am Reeser Meer

Mit dem Wahrsmannshof enstand 2010 der erste barrierefreie außerschulische Lernort am Niederrhein, an dem Menschen aller Altersstufen – mit und ohne Behinderungen – die niederrheinische Natur unter fachkundiger Anleitung erkunden und studieren können.

Die Initiative zu diesem Projekt steht im Zusammenhang mit der 2007 genehmigten Auskiesung ‚Norderweiterung Reeser Meer’: Durch gezielte Bildungsmaßnahmen soll die Natur im Umfeld der Abgrabung erlebbar werden. Die Holemans Niederrhein GmbH steuert für die Laufzeit der Kies- und Sandgewinnung in der Norderweiterung Reeser Meer (voraussichtlich bis 2021) jährlich einen Betrag von 25.000 Euro zur Deckung der laufenden Betriebs- und Personalkosten des Umweltbildungszentrums bei.

Getragen und gemanaged wird der Wahrsmannshof vom Naturschutzzentrum im Kreis Kleve e.V. Die Partner sind neben der Holemans Niederrhein GmbH die Stadt Rees und dieVolksbank Emmerich-Rees eG. Dank der finanziellen Unterstützung durch den Landschaftsverband Rheinland konnte die barrierefreie Gestaltung sowohl der Räumlichkeiten als auch der Lernerfahrungen möglich gemacht werden.

Die Lage des Wahrsmannshofes eignet sich aufgrund seiner unmittelbaren Nähe zu unterschiedlichen natürlichen (Reste ehemaliger Rheinschlingen & Kolke), naturnahen (Gräben & Teiche) und künstlichen Gewässern (Baggerseen) für den Bildungsschwerpunkt Gewässer.

Die Holemans Niederrhein GmbH hat für den Wahrmannshof ein Besucherboot angeschafft, mit dem Gruppen-Exkursionen auf das Reeser Meer unternommen werden können. Das Motorboot vom Typ Alufun Kat 27 ist ein Katamaran mit einem Dach aus Aluminium. Es hat eine Länge von rund neun Metern und ist drei Meter breit. Im Boden befinden sich drei Öffnungen, durch die man die Unterwasserwelt beobachten oder Wasserproben entnehmen kann.

Im Oktober 2014 wurde der Wahrsmannshof von der Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks im Rahmen des bundesweiten Wettbewerbs "Menschen und Erfolge 2014" ausgezeichnet. Unter mehr als 600 Bewerbern setzte sich der Wahrsmannshof durch und erhielt einen mit 2.000 Euro dotierten Preis in der Kategorie "Neue Organisationsformen und Partnerschaften". Am 17. November 2014 kam die Ministerin selbst nach Rees und besichtigte den Wahrsmannshof.